Mordspiel Thriller von Henk Simon

Ab dem 12.01.2026 erhältlich!
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Das Gesetz schützt dich – das Spiel vernichtet dich.

Polizist Niko wollte die Ruhe von Sankt Augustin nutzen, um seine dunkle Vergangenheit zu begraben. Doch eine kunstvoll drapierte Leiche im Wald beendet den Frieden. Die Botschaft am Tatort trifft ihn wie ein Schlag: ›Jetzt bist du dran‹.

Das Spiel, das er und sein bester Freund Patrick vor Jahren erfanden, ist wieder erwacht – ein Spiel um Macht, Mord und das perfekte Verbrechen.

Während die Ermittlungen der eiskalten Forensikerin Dr. Frigus Niko immer enger einkreisen, beginnt ein mörderisches Duell gegen seinen eigenen Partner. In diesem Spiel gibt es keine Gnade, nur den nächsten Zug.

Ein abgründiges Spiel um Schuld und Sühne – spannend, eiskalt und bis zum letzten Zug unvorhersehbar.

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Das Buch erscheint am 12.01.2026.

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Leseprobe

Pünktlich um 6 Uhr stand Niko vor dem Personaleingang der Wache. Die Tür war offen. Jemand musste schon hier sein – vermutlich Alexander, der wie so oft die Nachtschicht übernommen hatte. Oder Till war hier. Er arbeitete in der Leitstelle. Sie musste rund um die Uhr besetzt sein.

Gut. Es gab natürlich mehr als nur vier Polizisten hier. Doch die, die meistens die Nacht über hier waren, kannte Niko nur flüchtig. Eigentlich kannte er sie nur von Bildern und vom Hörensagen. Persönlich hatte er erst mit einer Kollegin gesprochen, deren Name ihm entfallen war.

Niko trat hinein, schlich sich an Till vorbei und sah niemanden am Schreibtisch sitzen. Anscheinend waren die Kollegen noch unterwegs.

»Du kommst gerade rechtzeitig«, hörte Niko plötzlich Amelie aus der Küchenzeile sagen, als er zu seinem Schreibtisch gehen wollte.

»Rechtzeitig wofür?«, fragte er mit großen Augen und ließ sich auf den Stuhl fallen.

»Kaffee ist fertig, und ich wollte gerade in den Keller gehen. Wegen der Leiche. Kommst du mit?« Sie lächelte ihn an, die warme Kaffeetasse mit beiden Händen festumschlossen.

Der Kaffeegeruch zog allmählich in seine Nase. Einen starken Kaffee konnte er jetzt wirklich gebrauchen. Doch bei dem Gedanken an den stinkenden Toten, den er gestern Abend auf der Parkbank gefunden hatte, wurde ihm schlagartig wieder mulmig. Aber ja, er kam mit. Er würde gern wissen, was mit der Person geschehen war.

Auf dem Weg nach unten in den Obduktionsraum, eröffnete Niko das Gespräch. Ein Fehler.

»Wo ist der Chef?«

Amelie presste die Lippen aufeinander. Ein scharfkantiger Ausdruck lag in ihrem Gesicht: »Noch nicht da.«

»Ist Doktor Medica schon da?«, versuchte Niko das Thema schnell zu wechseln, bevor er noch tiefer ins Fettnäpfchen greifen würde.

»Nein. Er kommt heute auch nicht.«

»Wieso nicht?«

»Weil mir einiges nicht ins Bild passt. Ich vermute, es war Mord.« Amelie hielt auf der letzten Stufe an und drehte sich zu Niko um. »Ich habe einen Facharzt für Pathologie angefragt, der in circa zwanzig Minuten eintreffen wird, weshalb wir uns beeilen sollten«, erklärte Amelie mit Blick auf ihre Armbanduhr.

»Wirklich?«

Amelie war eine gute Kriminologin, die erstklassige Tatortarbeit leistete. Aber wieso brauchte sie externe Unterstützung? Die hatte sie noch nie angefragt. Irgendetwas an der ganzen Sache fühlte sich seltsam an.

»So ist es.« Amelie öffnete die Tür zum Obduktionsraum, stellte ihre Kaffeetasse auf den Tisch auf der rechten Seite, auf dem alle wichtigen Instrumente wie Skalpelle, Scheren und Sägen sowie Handschuhe und die Geräte zur Probenentnahme zu finden waren.

Niko kannte den Raum noch aus seiner Ausbildung, als er hier für ein paar Monate schnuppern durfte. Der Raum überwältigte ihn noch immer: kalt und klinisch. Wie damals bei seinem ersten Besuch vor fünf Jahren.

Ein eisiger Luftzug strich über Nikos Nacken, als hätte jemand die Tür zu einer Gefrierkammer aufgestoßen. Auch der Obduktionstisch komplett aus Edelstahl, in der Mitte des Raumes, war nach wie vor beeindruckend.

Dieses Mal lag darauf der Tote von gestern. Damals war es jemand gewesen, den er nie wieder vergessen hatte: Patricks drittes Opfer. Dieser Anblick hatte ihn monatelang verfolgt – in seinen Träumen, im Dienst, überall. Und jedes Mal nagte derselbe Gedanke an ihm: Sein bester Freund war der Mörder gewesen, und er hatte geschwiegen.

»Du brauchst Handschuhe«, gab Amelie Niko einen Stupser, da er wie versteinert auf den Tisch starrte. Sie konnte nicht ahnen, dass er in Erinnerungen schwelgte.

»Ach ja. Danke«, sagte Niko mit einer plötzlichen Schweißperle auf der Stirn. Ein schlechtes Gewissen überkam ihn, weil er Infos für sich behalten hatte – trotz seines Eids.

Cool bleiben, sagte er zu sich selbst. Dann nahm er sich ein paar Handschuhe. »Was hast du vor?«, fragte er vorsichtig seine Kollegin.

»Nur schnell nachschauen, ob ich etwas finden kann, das auf Mord schließen lässt. Hilfst du mir?«

Sie begab sich zum Kopf und inspizierte ihn vorsichtig.

»Kennen wir bereits die Identität des Toten?«

»Nicht, dass ich wüsste. Aber du kannst ja nach einem Portemonnaie oder so gucken«, erwiderte sie beiläufig und deutete Niko an, er solle in dem Leichensack schauen, der hinter dem Edelstahltisch lag.

Während Amelie die Ohren der Leiche unter die Lupe nahm, durchwühlte Niko den Sack, in dem sich die dreckigen Klamotten des Opfers befanden. Er kippte ihn vor sich aus.

Ein Wunder, dass Alexander ihn bereits hierhin verfrachtet und ausgezogen hatte.

Beide machten besondere Funde: Amelie kam eine Made aus dem linken Gehörgang entgegen, von der sie sich – wie schon am Abend zuvor – nicht abschrecken ließ. Sie fragte sich, woher diese Made kam und ob sie nicht doch jemand mit Absicht im Ohr des Opfers platziert hatte. Niko kniete sich vor den Berg an Kleidung, fing mit der Hose an und fand in der sich vorne befindenden Extratasche einen kleinen Zettel. In den meisten Fällen – und das kam wiederum gar nicht so häufig vor – fand er in dieser Tasche Kleingeld, ein Feuerzeug oder einen Schlüssel. Doch einen Zettel? Das war das erste Mal.

»Willst du mal was Ekliges sehen?«, fragte Amelie ihn, die noch mit dem Ohr des Opfers beschäftigt war.

Doch er hörte ihr nicht zu, sondern entfaltete vorsichtig das Stück Papier, auf dem er folgenden Satz lesen konnte: »Jetzt bist du dran.« Die Worte brannten sich in sein Hirn.

Niko war entsetzt. Dieser kurze Satz ließ ihm die Spucke wegbleiben. Sein Mund und seine Kehle waren auf einmal staubtrocken. Hitze stieg in ihm auf, als hätte man eine Flamme unter seiner Haut entfacht. Diese Worte … ein Zufall konnte das nicht sein. Es war ein Echo aus der Vergangenheit – das besser verborgen bleiben sollte. Amelie durfte also keinesfalls etwas davon erfahren.

»Ich habe dich was gefragt, Niko.« Sie drehte sich zu ihm und merkte, dass er wie versteinert vor den Klamotten kniete. »Alles in Ordnung?«, fragte Amelie verwundert.

Niko sprang auf und versteckte den Zettel dabei fest in seiner linken Hand. Mit der anderen kratzte er sich verlegen am Hinterkopf. Er versuchte, seine Kollegin zu beschwichtigen: »Die Kleidung war … sagen wir: unschön. Hast du etwas Besseres entdeckt?«

Etwas misstrauisch über sein Verhalten entgegnete sie mit einem »ja.« Darauf präsentierte sie ihm die Made in ihrer rechten Hand.

»Eine Made? Wo kommt die denn her?«, fragte Niko interessiert und kam näher – gegen seinen inneren Monk, der die Made eigentlich unappetitlich fand. Das tat er nur, um sie von seinem Verhalten eben abzulenken.

»Seit wann kannst du so professionell sein?«, dachte Amelie laut. Bevor sie eine Antwort bekam, zeigte sie auf den Kopf des Toten.

»Als ob.« Während Niko an den Tisch herantrat, steckte er blitzschnell den gefundenen Zettel in seine linke Hosentasche.

»Pass auf, dass du dich nicht übergibst. Denn ich glaube, da drin befindet sich ein ganzes Nest«, vermutete Amelie und leuchtete mit der Taschenlampe in das linke, verdreckte Ohr der Leiche.

»Entschuldigen Sie – was tun Sie da?«

Die Stimme schnitt scharf durch den Raum, kalt und völlig fehl am Platz. Niko fuhr zusammen, die Hand noch halb in der Hosentasche.

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