Wer heute den Verlockungen des Self-Publishing lauscht, hört meistens nur die lauten Erfolgsgeschichten von wenigen Ausnahmetalenten, die angeblich im Handumdrehen Bestseller generiert haben. Die bittere Realität sieht jedoch völlig anders aus: Über neunzig Prozent aller im Alleingang veröffentlichten Bücher versinken in den schier unendlichen Untiefen der Online-Shops und verkaufen im gesamten Lebenszyklus weniger als eine Handvoll Exemplare.
Die vermeintliche Freiheit und die Aussicht auf immense Gewinnspannen erweisen sich für die allermeisten Autoren als eine teure Illusion, die am Ende nur eins hinterlässt: Frustration, verlorenes Geld und verbrannte Manuskripte. Das grundlegende Problem beginnt bereits beim naiven Glauben, dass das Schreiben eines Buches das eigentliche Meisterstück sei.
In der Realität ist der finale Text lediglich das rohe Fundament, auf dem die eigentliche Arbeit erst beginnt. Ohne ein professionelles Lektorat, das stilistische Schwächen gnadenlos ausmerzt, ohne ein handwerklich überzeugendes Cover, das im Meer der Konkurrenz sofort ins Auge springt, und ohne eine präzise Vertriebsstrategie ist jedes Buch vom Tode geweiht.
Wer meint, all diese enorm wichtigen Schritte im Alleingang nebenbei erledigen zu können, überschätzt die eigenen Kompetenzen maßlos und unterschätzt den hochkomplexen Buchmarkt. Verlage wie der Suspense Verlag existieren genau deshalb, weil der literarische Markt eine professionelle Instanz benötigt, die die Spreu vom Weizen trennt.
Ein etablierter Verlag investiert massives Kapital in Qualitätskontrolle, zielgerichtetes Marketing und den exklusiven Vertrieb, während der einsame Self-Publisher sein hart erarbeitetes Geld für wirkungslose Anzeigen und drittklassige Formatierungswerkzeuge verbrennt. Wer den bequemen Weg über die großen Self-Publishing-Plattformen wählt, spart am falschen Ende und zahlt am Ende den höchsten Preis: absolute Bedeutungslosigkeit in einem gnadenlosen Markt.
Es wird höchste Zeit, dass die Romantik rund um das vermeintlich so einfache Self-Publishing ein Ende hat und die harte Realität ins Bewusstsein rückt. Wer wirklich gelesen werden und professionell als Autor wahrgenommen werden will, muss sich den strengen Qualitätsstandards eines echten Verlags stellen, statt sich in die Taschen zu lügen.
Nur wer bereit ist, das eigene Werk durch einen harten professionellen Filter zu jagen, hat überhaupt erst eine Chance, aus der grauen Masse der Millionen Amateure hervorzustechen und die Leserschaft nachhaltig zu erreichen.